Schon beim Packen der Motorräder fing es an zu Tröpfeln und der Himmel war rundherum mit Regenwolken bedeckt. In unserer Fahrtrichtung sah man die schwarzen Regenstreifen, die bis zum Boden reichten.
Wir ignorierten das Wetter und fuhren ohne Regenkombi los. Die ersten 140 km hatten wir beste Straßen und wurden bei einer Temperatur um die 20 Grad vom Regen verschont.
Wie schon fast vermutet, endete diese gute Straße in einer Baustelle. Also parallel ins Gelände mit tiefen Furchen, Schlaglöchern und weichen Sandstellen.
Nicht nur von unten gab es widrige Zustände, sondern es fing auch noch zum Regnen an, so dass auch die ganze Sache noch matschig wurde.
Nach 30 km hatten wir es überstanden und kurz vor unserem nächsten Ziel hörte es auf zu regnen und wir durften wieder auf Teer fahren.
Was uns hier im Osten von Kasachstan aufgefallen ist:
Hier herrscht absolutes Misstrauen.
• Beim Tanken muss man vorher bezahlen, außer man tankt voll und dann steht andauernd ein Tankwart neben einem. Ebenso gibt es mindestens einen bewaffneten Sicherheitsbeamten an der Tankstelle. Wir wurden sogar einmal von diesem aufgefordert, den Motor auszuschalten und das Motorrad an die Zapfsäule zu schieben. (Sicherheit geht vor). Aber Autos lassen beim Tanken den Motor laufen.
• Hotels müssen immer im Voraus bezahlt werden, sonst wird der Schlüssel nicht ausgehändigt (trotz Abgabe des Reisepasses).
• Beim letzten Hotel mussten wir sogar unsere Abendessen im Voraus bezahlen.
Ähnlich ergeht es uns mit den Preisen. Man handelt einen Hotelpreis aus und frägt, ob das Frühstück dabei ist und wo man das Motorrad sicher abstellen kann. Die Antwort lautet „ja, alles kein Problem“. Es stimmt auch, aber man muss für jeden Service extra bezahlen. Also für das Frühstück wird dann extra berechnet und für das Abstellen des Motorrades wollen sie auch noch mal extra Geld, weil es angeblich bewacht wurde.
Uns kommt es auch so vor, dass beim Service-Personal die Freundlichkeit und das Lächeln bestraft wird. Besonders die Frauen wirken sehr kalt und abweisend, wenn wir nach einer Bank, Hotel oder Einkaufsmöglichkeit fragen. Es heißt dann nur „njet“.
Bei 2 von 4 Hotels mussten wir sogar unsere Betten selber überziehen.
Einen Vorteil gibt es aber gegenüber dem geregelten Europa. Die Menschen hier beobachten ihre Umwelt sensibler:
• Sehr oft fehlen die Gullideckel und ein Meter tiefes Loch liegt frei.
• Ein 8 cm dickes Rohr verläuft mehrmals quer über den Gehweg in etwa 10 cm Höhe.
• Eisenstangen von Verkaufsständen ragen in einer Höhe von ca. 1,7 Meter hervor.
• Bei den Treppen hat fast jede Stufe ein eigenes Höhen- und Tiefenmaß.
In Deutschland wären die Krankenhäuser überfüllt und es würde nur so von Anzeigen hageln.
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48. Tag: 0 (16) Länder, 197 km (13806 km), 3h10' (216h54')
Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +4 Stunden
Übernachtung in Kasachstan (Höhe 200 m).
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