Freitag, 18. Juli 2014

Die stürmische Wüste Gobi

In der Nacht wurde der Wind immer stärker, obwohl die Temperatur nicht unter 25 Grad fiel. Soviel zum Gerücht von kalten Nächten in der Wüste.

In der Früh ging es mit der Teamarbeit gleich weiter, indem wir wegen dem starken Wind die Zelte nur zu zweit abbauen konnten.
Den Reifendruck senkten wir nun auf 1 Bar, um im Sand besser vorwärts zu kommen.
Die nächste dreiviertel Stunde kamen wir relativ gut durch den weichen Sand vorwärts, aber die geplante Route war auf einmal wieder abseits unsere Fahrspur. Somit entschlossen wir uns, das Flussbett zu verlassen, um über die jetzt gut befahrbaren Schotterhügel querfeldein die richtige Piste zu finden. Wegen den größeren Steinen mussten wir erst mal wieder den Luftdruck erhöhen. Dieser Akt wäre mit Erwins elektrischem Kompressor eigentlich recht harmlos, wenn das Ding funktionieren würde. In Kirgistan funktionierte er noch, wurde vermutlich aber vom Wellblech totgerüttelt.
Somit blieb nichts anderes übrig, als bei knappe 30 Grad die gute, alte Fahrrad-Handpumpe in den Einsatz zu bringen. Nach ein paar Hundert Hüben waren die Reifen für den Einsatz im Schotter bereit.

Nach längerem Suchen wurde unsere geplante Piste gefunden. Aber auch diese verlief wieder in einem riesigen breiten Flussbett. Bis auf ein paar weichen sandigen Stellen ließ es sich aber „gut“ befahren, wenn da nicht der Wind noch wäre, der uns seit dem Aufstehen begleitet. Entweder er kam von hinten, so dass der von den Motorrädern aufgewühlte Sand und Staub uns überholte oder er blies so kräftig von der Seite, dass das Halten unserer Spur fast unmöglich machte.



Nach kämpferischen 55 km beschlossen wir, ein Bushcamp an den ersten großen Sanddünen aufzusuchen. Dieses stellte sich aber als Parkplatz heraus. Da wir kein Trinkwasser mehr hatten und der Sturm das Übernachten im Zelt unmöglich machte, suchten wir eine windgeschützte Jurte zum Schlafen. Für wenig Geld vermieten hier Einheimische eine Jurte. Man könnte hier am Leben der Bewohner teilnehmen, was wir aber nicht wollten.


Das „Trinkwasser“, das wir hier erhielten, kommt aus einem offenen Alutank.



Bei genaueren betrachten lebte auch etwas darin. Wer ein Regenfass im Garten hat, kennt die Tierchen, nämlich Mückenlarven.


Somit blieb uns nichts anderes übrig, dieses Wasser erst mal durch einen Kaffeefilter zu gießen, um es anschließend noch abzukochen. Der Beigeschmack bleibt.


Ebenso war das Duschen ein Erlebnis. Die Duschkabine war 100 Meter von der Jurte entfernt und aus Alubleche zusammengenietet. Durch den Wind schepperte das Blech, so dass man beim Duschen das Gefühl hatte, dass alles auseinander fällt.


Das Klohäuschen, welches ca. 250 Meter entfernt war, beschreiben wir lieber nicht näher.

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63. Tag: 0 (18) Länder, 55 km (16795 km), 2h51' (279h22')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +6 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1350 m).

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