Sonntag, 27. Juli 2014

Die Enttäuschung

Die Nacht war relativ ruhig. Fast kein Wind und im Zelt Temperaturen von 12 Grad.
Erwin hat gestern Abend noch seine Motorradstiefel geputzt



und zum Trocknen (die waren wegen den Wasserdurchfahrten innen nässer als außen) auf sein Motorrad gelegt.
Und dann geschah das, was wir eigentlich nicht dachten. Es kam diesmal ein mongolischer Bandit vorbei (Indianer und Cowboy hatten wir ja schon, jetzt ist die Wildost-Story komplett) und nahm die Stiefel ungefragt mit. Somit nahm er Erwin die Entscheidung ab, ob er die Stiefel wieder mit nach Hause nehmen soll.
Die Befürchtung, Wasserdurchfahrten mit Turnschuhen bei der weiteren Reise meistern zu müssen, traf nicht ein. Nur noch ein paar Stellen mit maximal 15 cm Wasser waren zu durchfahren. Ansonsten mongolische Pistenautobahn und die letzten 30 km zu unserem ausgesuchten Ziel sogar geteert.
Dieses Ziel sollte Kharkhorin werden, da dort ein „Turtle-Rock“ und ein „Phallus-Rock“ zu besichtigen ist. Der Phallus-Rock (Penis-Felsen) lag direkt auf der Strecke und man sah bereits von der Hauptstraße einen Parkplatz mit mehreren Autos.
Wir stellten uns hier eigentlich ein riesiges Felsengebilde in der Schniedel-Form vor. Was wir aber dort sahen, war zwar auch aus Stein, aber so klein, dass man ihn einzäunen musste, damit ihn der mongolische Bandit nicht auch noch mitnimmt.


Nach dieser Enttäuschung suchten wir ein Hotel, wo uns aber die überzogenen Preise abschreckten. Dann sahen wir noch im Reiseführer das Bild von den Turtle-Rock (Schildkröten-Felsen), bei dem unsere Vorstellungen und die Realität genauso auseinandergingen und so entschieden wir uns, weiterzufahren.
Wir fuhren von „Hotel“ zu „Hotel“ auf asphaltierter Straße weiter. Alle Hotels die wir ansahen, hatten zwar zwei oder mehrere Betten, aber kein Wasser im Zimmer, keine Dusche und die Toilette war irgendwo außerhalb des Gebäudes. Dies entsprach auch nicht unserer Vorstellung eines Übernachtungsplatzes.
100 km vor Ulaan Bataar entschlossen wir uns, durchzufahren und dort ein Hotel zu suchen. Aber auch hier irrten wir erst einmal durch sechs Hotels, bis wir eines fanden, das eine warme Dusche hat, die Zimmer nicht so stark nach Zigarettenrauch stanken und bei dem die Motorräder nicht auf der Hauptstraße stehen.

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72. Tag: 0 (18) Länder, 491 km (18178 km), 8h25' (315h39')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +6 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1280 m).

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