Sonntag, 13. Juli 2014

Heute nichts Aufregendes

Nachtrag zu gestern:
Weitere nächtliche Besucher haben wir nicht mehr registriert, da uns der fehlende Schlaf aus der vorletzten Nacht einholte.

Nach einer Nachttemperatur von 10 Grad starteten wir bei strahlend blauem Himmel.
Nachdem der sandige weiche Anteil der Piste zunimmt, reduzierte sich unsere Durchschnittsgeschwindigkeit auf ca. 30 km/h.
Viel aufregendes haben wir heute nicht erlebt. Die einzige Abwechslung war die längere Fahrt durch ein noch leicht feuchtes, sandiges Flussbett, da die Straße weggespült wurde.



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58. Tag: 0 (18) Länder, 161 km (16244 km), 4h32' (259h35')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +6 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1900 m).

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Samstag, 12. Juli 2014

Naadam Fest

Vermutlich wurde unser gestrige Beitrag zum Durst der Mongolen von den Einheimischen gelesen und man rächte sich. Denn die ganze Nacht war durchgehend lärm von lautstark sich unterhaltenden Mongolen, die im Hotel-Gang standen. Auch die Türen wurden stundenlang zugeknallt oder es wurde an den Türen geklopft und gerüttelt. Wir müssen aber ehrlicherweise zugeben, dass am 11.7.und 12.7. (mongolische Feiertage) das mongolische Naadam-Fest mit Bogenschießen, Ringen und Reiten so richtig gefeiert wird. Also drücken wir nochmal ein Auge zu.


Etwas übernächtigt ging es Richtung Osten. Mussten bald feststellen, dass zwar die Richtung stimmte, wir aber auf der falschen Piste fuhren. Dies ist in den Weiten der Mongolei kein größeres Hindernis, denn man kann querfeldein bis zur richtigen Straße fahren. Diese entpuppte sich dann wieder mal als richtig gute Teerstraße.
Nach 130 km das gleiche Spiel. Aus der Teerstraße wurde ohne Hinweis abrupt eine sandige Schotter-Wellblech-Rüttelpiste.
Hier bewies sich dann auch gleich, das die gestrige Reparatur an Erwins Adventure erfolgreich war.


Heute ging uns eine Stunde verloren, da wir wieder mal über eine Zeitzone gefahren sind. Die Differenz zur deutschen Sommerzeit beträgt jetzt plus 6 Stunden.

Wir schafften dann noch ca. 100 km und suchten einen Übernachtungsplatz, da rundherum Gewitter mit Blitz und Donner aufzogen und wir unsere Zelte noch im Trockenen aufbauen wollten.


Ein solcher Platz ist in der Mongolei schnell gefunden. 90 Grad von der Piste querfeldein abfahren und nach 500 Meter Zelt aufbauen. Wer meint, man ist bei den Weiten und der minimalen Bevölkerungsdichte in der Mongolei ganz alleine, der irrt. Wir wurden bereits beim Zeltaufbau von 2 Kindern auf ihren Pferden aus der Nähe beobachtet.
Danach kam noch eine größere Herde an Ziegen vorbei und ebenso ein Mongole mit seinem Motorrad.


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57. Tag: 0 (18) Länder, 238 km (16083 km), 5h12' (255h03')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +6 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1950 m).

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Freitag, 11. Juli 2014

Mongolischer Ruhetag

Nach dem Wäschewaschen ging es an die Fehlersuche an Erwins BMW.
Das Diagnosegerät zeigte folgende Fehler an:

10150 Injector valve 1
10151 Injector valve 2
10167 Output stage to Electric Fuel Pump faulty (Most likely: Fuel pump electronics/driver)
10233 Starter Relay driver
37669 Electrical System voltage problem
41775 Rear rebound adjustment, open-circuit
41726 Low beam headlight 1 open-circuit

Hier kommt der Laie erst mal ins Grübeln. Aber nachdem wir an der Batterie einen lockeren Anschluss am Minuspol feststellten, hoffen wir nun, dass die kommenden Fahrten auf weiteren Rüttelpisten ohne Probleme erfolgen können.

Allgemeines:

Wir behaupten ja nicht, dass die Mongolen saufen. Haben aber festgestellt, dass sie ganz schön durstig sind. Überall, sogar 100 km von Ortschaften entfernt, findet man leere Vodka-Flaschen.


Gestern parkte ein Auto neben uns, der Fahrer stieg aus und konnte sich kaum auf den Füßen halten (ob ihm nur schwindelig vom Wellblech war, bleibt uns verborgen).
Auch an einer Hauswand stand ein Mongole, der uns beim Vorbeifahren nachschaute und dabei das Gleichgewicht verlor und umfiel.
Oder heute bog ein motorradfahrender Mongole ohne zu schauen aus einer Nebenstraße auf die Hauptstraße ein. Schrammte dann 50 Meter am Randstein entlang und brachte das Moped ohne Sturz zum Stehen. Würgte es aber dabei ab. Beim Ankicken des Motors fiel er dann mit samt dem Motorrad mitten auf die Straße. Schnell war es wieder aufgerichtet, würgte es beim Wegfahren noch dreimal ab und düste davon.
Zur Info: Für Autofahrer gilt in der Mongolei die 0,0 Promille Grenze. Vermutlich gilt das nicht für Mopedfahrer – Na dann Prost.


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56. Tag: 0 (18) Länder, 000 km (15845 km), 0h00' (249h51')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 2200 m).

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Donnerstag, 10. Juli 2014

Es rüttelt und schüttelt

Die nächste größere Stadt Altaj liegt 450 km entfernt. Um diese zu erreichen planten wir einen Zwischenstopp mit einer Übernachtung im Zelt. Dafür deckten wir uns noch mit Brot und Wasser ein und die Motorräder wurden vollgetankt.
Jetzt kam doch alles anders als geplant. Die „Piste“ entpuppte sich als neue Teerstraße, auf der wir 170 km flott vorwärts kamen.
Ein paar Hindernisse wie zum Beispiel Sandhügel gab es aber auch auf dieser Straße.


Vor diesen wurde man nicht gewarnt, aber vor Hirschen, obwohl weit und breit kein Wald vorhanden ist:


Erst dann ging die Straße abrupt in Schotter über.


Somit hatten wir in unter 3 Stunden unser Etappenziel von 210 km erreicht und entschieden uns, weiter zu fahren. Die Piste wurde immer schlechter und das Wellblech immer ausgewaschener. Teilweise gab es links und rechts der Hauptspiste bis zu 10 weitere Fahrspuren, die aber keineswegs besser waren. Wenn es mal nicht rüttelte, eierte man im weichen Sand umher. Und das bei einer Temperatur um die 25 Grad.



Bei einer Pause bemerkten wir durch Knistergeräusche, dass an beiden Motorrädern das hintere Federbein so heiß war, dass man sich zischenderweise dort die Finger verbrannte.
80 km vor Altaj fing Erwins Adventure an zu bockeln und zeigte einen Fehler der Motorsteuerung am Display an. Der Motor ging in den Notbetrieb.
Auf die nächsten Kilometer schaltete der komplette Elektrik zweimal ab. Das Motorrad ließ sich aber jedes Mal wieder starten. Es kommt, wie es kommen muss, der Himmel wurde auch immer schwärzer und es fing zu tröpfeln an. Die letzten 30 km rüttelten wir uns noch auf eine Höhe von 2300 Meter. Dabei sank die Temperatur auf unter 10 Grad. Der befürchtete Regen verschonte uns dann doch noch.


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55. Tag: 0 (18) Länder, 449 km (15845 km), 8h28' (249h51')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 2200 m).

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Mittwoch, 9. Juli 2014

Endlich wieder Schotter unter den Stollen

Nach einem reichhaltigen Frühstück mit Fleisch und Eiern zogen wir heute bei 10 Grad los. Die ersten Kilometer waren noch geteert und dann ging es ohne Vorwarnung schlagartig auf den langerwarteten Schotter über.


Die Piste brachte uns auf eine Höhe von 2650 Meter. Dabei hatten wir auch gleich kleinere Wasserdurchfahrten zum Üben. Aber auch schnelle Abschnitte, die mit über 80 km/h befahren werden konnten, sowie kleinere Sandpassagen und jede Menge Wellblech waren zu überwinden.
An Erwins Adventure wurde dabei die Birne des Hautscheinwerfers zu Tode gerüttelt und an Wolfgangs BMW rissen die Nieten an der selbstgebauten Gepäckbrücke.


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54. Tag: 0 (18) Länder, 225 km (15396 km), 4h52' (241h23')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1400 m).

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Dienstag, 8. Juli 2014

Unser Zielland: Die Mongolei

Die schwarzen Wolken sind in der Nacht weggezogen und die Sonne scheint. Es hat 12 Grad und bis zur Grenze sind es noch 72 km. Die Straße geht fast schnurgerade von den 1700 auf 2300 Höhenmeter. Nach 50 km kam ein keines Dorf und am Ende des Dorfes parkten mehrere Autos vor einem großen geschlossenem Tor. Wie sich herausstellte war das schon die Russische Grenze. Bevor wir dort ankamen wurden wir schon zurück gewunken und an ein grünes Häuschen mit der Aufschrift „Imigration Control“ geschickt.


Dort standen bereits 8 Personen und warteten. Wir dachten noch, dass es schnell gehen wird. Nach genaueren Hinsehen fiel uns auf, dass jede Person mindestens 10 Reisepässe bei sich trug. Alles ging seinen geordneten Weg. Das heißt, wenn eine Person das Häuschen verließ, durfte erst der nächste dort eintreten. Nach ca. 1,5 Stunden kamen wir dann endlich dran. In dem Gebäude saß nur ein Beamter, der die Formalitäten aufnahm.
Jetzt durften wir bis zu der bereits genannten Autoschlange vorrücken und warteten wieder eine dreiviertel Stunde vor dem geschlossenen Tor, da nur jeweils 3 Fahrzeuge auf einmal in den Grenzbereich eingelassen wurden.
Bis alle Formalitäten und Papiere geprüft, abgestempelt und ausgefüllt waren, sowie die Koffer am Motorrad kontrolliert wurden, verging wiederum eine Stunde.
Weiter zur nächsten Schranke, um den Grenzbereich zu verlassen. Auch dort wurden unsere Pässe und die Fahrzeugpapiere kontrolliert. Auf gutem Asphalt windet sich die
Straße Richtung Mongolischer Grenze, die 20 km entfernt und hinter einem 2460 Meter hohen Pass liegt. Auf halber Strecke kam noch ein Kontrollpunkt mit Ausweiskontrolle. Hier gab es ein riesiges Schild mit der Aufschrift, das die „Russische Föderation“ verlassen wird. Dies war aber auch gleichzeitig an der Straße erkennbar, denn ab jetzt ging es auf Schotter weiter.
Die Mongolische Grenze:
Hier wurden wir erst einmal aufgefordert, durch eine braune Pfütze zu fahren und gleich danach anzuhalten. Dann wurden die Reifen der Motorräder mit einem Sprühgerät „desinfiziert“. Dafür mussten wir je einen Dollar bezahlen.
Weiter ging es wie gewohnt mit Zettel ausfüllen, Passkontrolle und Fahrzeugerfassung. Nachdem wir unsere Motorräder nicht selbst aus dem Land ausführen werden, ließen wir die Fahrzeugeinfuhr im Carnet de Passage eintragen und abstempeln.
Der ganze Zauber dauerte insgesamt 30 Minuten und wir waren in der Mongolei.
Schon nach einem Kilometer wurden wir erneut aufgehalten und mussten für 10 Dollar eine Fahrzeugversicherung abschließen. Zu welchen Vertragsbedingungen werden wir nie erfahren.

Wir waren eigentlich ab jetzt auf Schotter eingestellt, mussten aber überraschend feststellen, dass von den 90 km zu unserem heutigen Etappenziel 70 km neu geteert sind.
Nur die Temperatur fiel bei einem Pass von 2650 Meter Höhe auf 8 Grad runter.


Aufgefallen ist uns gleich, dass ab hier uns wieder viele Kinder und Erwachsene freundlich zu winken, was in Kasachstan und Russland nicht der Fall war.
Auch die Orte sind wieder bunter und farbenfroher.



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53. Tag: 1 (18) Länder, 173 km (15171 km), 2h38' (236h31')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in der Mongolei (Höhe 1750 m).

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Montag, 7. Juli 2014

Altay Nationalpark

Die Nacht war wieder mal sehr unbequem. Nein, wir hatten schon ein gutes Zimmer, nur die Betten sind so hart, dass man jeden Knochen spürt.
Der Bettaufbau ist folgendermaßen:
Bettgestell, komplett geschlossen mit Brettern (anstatt Lattenrost), 3cm dünne Matte, die an manchen Stellen gar keine Füllung mehr aufweist und dann kommt das Bettlaken.


Den ganzen Tag lockerte es leider nicht auf. Je höher wir kamen desto tiefer hingen die schwarzen Wolken und es regnete vereinzelt. Die Temperatur lag dementsprechend zwischen 10 Grad und 15 Grad.

Der erste Pass lag auf 1730 Meter Höhe. Die Strecke dorthin wird als Urlaubsgebiet der Einheimischen benutzt. Am Fluss entlang und in den Wäldern wird überall gecampt bzw. bestehen / entstehen jede Menge Blockhütten. Man kann es sich so vorstellen wie der „Schwarzwald“ von Russland.


Nach dem zweiten Pass wechselte das satte Grün in eine karge Hochgebirgslandschaft ohne Baumbewuchs.

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52. Tag: 0 (17) Länder, 409 km (14998 km), 5h29' (233h53')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in Russland (Höhe 1750 m).

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