Sonntag, 6. Juli 2014

Kurs Ost.

Der Tag startete heute langsam mit einem ausgiebigen Frühstück am Hotel-Buffet. Beim Packen der Motorräder vor dem Hotel überfielen uns Tausende von kleinen Fliegen, wobei sich einige Mücken inkognito dazu geschummelt haben und gleich unser Blut anzapften. Dies beschleunigte unsere Packmaßnahme erheblich.

An der Stadtgrenze war eine Polizeikontrolle. Schon von Weiten konnten wir am Gesichtsausdruck des Polizisten erkennen, dass wir heraus gewunken werden.
Die Pässe wurden routinemäßig überprüft. Danach bekamen wir noch eine ausführliche russische Wegbeschreibung in die Mongolei. Als wir ihm das GPS System zeigten, grinste er und ließ uns weiterfahren.

Die Landschaft steigerte sich vom flachen Grün ins Bergland mit viel Wald. Auch die Straßen wurden kurvenreicher. Leider nahm auch der Verkehr zu. Unser heutiges Reiseziel liegt inmitten eines Naturschutzgebietes, welches auch massenhaft einheimische Urlauber nutzen.

Der Russische Fahrstil der Autofahrer ähnelt dem Deutschen sehr. Es gibt Fahrer, die träumen so vor sich her und der Verkehr staut sich hinter ihnen. Und dann gibt es die „Rennfahrer“, die mit überhöhter Geschwindigkeit unter Missachtung jeglicher Geschwindigkeitsbegrenzung und Überholverbote vorbeischießen. Dabei ist auch der Gegenverkehr ganz gleichgültig. Aber wehe, eine Polizeistreife ist sichtbar. Dann wird anstatt den erlaubten 50 Innerorts nur noch mit 30 km/h vorbeigekrochen.

Am Abend gab es noch kräftige Gewitter mit Platzregen.



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51. Tag: 0 (17) Länder, 296 km (14589 km), 3h53' (228h24')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in Russland (Höhe 320 m).

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Samstag, 5. Juli 2014

Es grünt so grün …

Im Gegensatz zu den letzten Tagen in Kasachstan gibt es hier in Russland links und rechts der Straße (noch) grüne, riesige Getreidefelder. Die ewig geraden Straßen sind aber ohne Herausforderung (keine Schlaglöcher, keine Buckel, …) und somit sehr ermüdend.

Mittags erreichten wir bereits unser heutiges Etappenziel, um den Hinterreifen von der BMW F800GS zu wechseln, der mittlerweile über 14.000 km mitgeschleift wurde.
Der Heidenau Hinterreifen würde sicherlich noch über 5.000 km halten, aber für die erwarteten Straßenverhältnisse in der Mongolei ist ein neuer Reifen doch die bessere Wahl.

Im Gegensatz zu der letzten Reifenwechsel-Aktion an Erwin’s Adventure in Dushanbe dauerte es diesmal nur 20 Minuten und die Hinterreifenfelge zeigt keine Kampfspuren. Könnte aber auch daran liegen, dass es Samstagnachmittag 17 Uhr war. Das ganze für einen Preis von umgerechnet 2 Euro. Der „Ein-Mann“ Betrieb ist zu empfehlen.
Der ausgebaute Heidenau Reifen liegt nun bei dem dortigen Monteur (N53° 21' 47.7" E83° 45' 42.3").

Es gibt in unserer Dreiergruppe eine Änderung:
Helga wird nicht mit uns weiter Richtung Mongolei fahren, sondern tritt seit heute den Heimweg mit ihrer Honda Transalp an.


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50. Tag: 0 (17) Länder,326 km (14293 km), 5h03' (224h31')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in Russland (Höhe 200 m).

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Freitag, 4. Juli 2014

Auf in die Zivilisation.

Der Morgen empfängt uns so richtig nass mit dunklen Wolken rundherum.
Somit packen wir unsere Motorräder, die im Hinterhof des Hotels im Freien stehen, ziehen gleich unsere Regenkombis an, da es jetzt schon zu regnen anfängt und fahren auf Straßen mit tiefen, riesigen Pfützen Richtung Norden zur Grenze nach Russland.

Die 100 km werden im strömenden Regen bei 13 Grad überwunden und schon stehen wir vor der Kasachischen Grenze zur Ausreise.

Es ging alles relativ schnell mit dem bereits gewohnten Szenario. Pässe abgeben, Zettel abgeben, Fahrzeugpapiere vorzeigen, ... und dann weiter zur Fahrzeugkontrolle, wo nichts kontrolliert wurde (außer die Fahrzeugpapiere). Noch mal Ausweiskontrolle mit Stempel und wir waren aus Kasachstan raus.
Von der Russischen Grenze hörten wir im Vorfeld schon sehr viele Geschichten, wie 6 Stunden Wartezeit, intensive Fahrzeug-Kontrollen, …
Unsere Erfahrung an der russischen Grenze war dann folgendermaßen:
Am Schlagbaum Ausweiskontrolle. Hier bekamen wir einen Zettel zum zweifachen Ausfüllen (war aber übersichtlich klein).
Danach mit diesem Zettel zur Ausweiskontrolle incl. Kontrolle der Fahrzeugpapiere.
Abstempeln des Visums.
Zurück zum Motorrad zur Fahrzeugkontrolle. Dabei wurde mit einem Spiegel unter dem Schutzblech und Kühler geschaut und der Deckel von einem Seitenkoffer musste geöffnet werden.
Das war’s – wir waren in 30 Minuten in Russland eingereist.

Die letzten 30 km bis zum Hotel begleitete uns sehr starker Regen.

Wir haben das Gefühl, wieder in der Zivilisation angekommen zu sein. Hier gibt es riesige gepflegte Einkaufszentren und Supermärkte, die bereits von außen als solche erkennbar sind.


Zum Abendessen gab es erst mal Schaschlik mit zwei Ladungen Pommes.


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49. Tag: 1 (17) Länder, 000 km (13xxx km), xh00' (2xxhxx')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +5 Stunden

Übernachtung in Russland (Höhe 300 m).

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Donnerstag, 3. Juli 2014

Kalt und regnerisch.

Schon beim Packen der Motorräder fing es an zu Tröpfeln und der Himmel war rundherum mit Regenwolken bedeckt. In unserer Fahrtrichtung sah man die schwarzen Regenstreifen, die bis zum Boden reichten.
Wir ignorierten das Wetter und fuhren ohne Regenkombi los. Die ersten 140 km hatten wir beste Straßen und wurden bei einer Temperatur um die 20 Grad vom Regen verschont.
Wie schon fast vermutet, endete diese gute Straße in einer Baustelle. Also parallel ins Gelände mit tiefen Furchen, Schlaglöchern und weichen Sandstellen.
Nicht nur von unten gab es widrige Zustände, sondern es fing auch noch zum Regnen an, so dass auch die ganze Sache noch matschig wurde.
Nach 30 km hatten wir es überstanden und kurz vor unserem nächsten Ziel hörte es auf zu regnen und wir durften wieder auf Teer fahren.


Was uns hier im Osten von Kasachstan aufgefallen ist:

Hier herrscht absolutes Misstrauen.

• Beim Tanken muss man vorher bezahlen, außer man tankt voll und dann steht andauernd ein Tankwart neben einem. Ebenso gibt es mindestens einen bewaffneten Sicherheitsbeamten an der Tankstelle. Wir wurden sogar einmal von diesem aufgefordert, den Motor auszuschalten und das Motorrad an die Zapfsäule zu schieben. (Sicherheit geht vor). Aber Autos lassen beim Tanken den Motor laufen.
• Hotels müssen immer im Voraus bezahlt werden, sonst wird der Schlüssel nicht ausgehändigt (trotz Abgabe des Reisepasses).
• Beim letzten Hotel mussten wir sogar unsere Abendessen im Voraus bezahlen.

Ähnlich ergeht es uns mit den Preisen. Man handelt einen Hotelpreis aus und frägt, ob das Frühstück dabei ist und wo man das Motorrad sicher abstellen kann. Die Antwort lautet „ja, alles kein Problem“. Es stimmt auch, aber man muss für jeden Service extra bezahlen. Also für das Frühstück wird dann extra berechnet und für das Abstellen des Motorrades wollen sie auch noch mal extra Geld, weil es angeblich bewacht wurde.

Uns kommt es auch so vor, dass beim Service-Personal die Freundlichkeit und das Lächeln bestraft wird. Besonders die Frauen wirken sehr kalt und abweisend, wenn wir nach einer Bank, Hotel oder Einkaufsmöglichkeit fragen. Es heißt dann nur „njet“.

Bei 2 von 4 Hotels mussten wir sogar unsere Betten selber überziehen.

Einen Vorteil gibt es aber gegenüber dem geregelten Europa. Die Menschen hier beobachten ihre Umwelt sensibler:

• Sehr oft fehlen die Gullideckel und ein Meter tiefes Loch liegt frei.
• Ein 8 cm dickes Rohr verläuft mehrmals quer über den Gehweg in etwa 10 cm Höhe.
• Eisenstangen von Verkaufsständen ragen in einer Höhe von ca. 1,7 Meter hervor.
• Bei den Treppen hat fast jede Stufe ein eigenes Höhen- und Tiefenmaß.

In Deutschland wären die Krankenhäuser überfüllt und es würde nur so von Anzeigen hageln.


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48. Tag: 0 (16) Länder, 197 km (13806 km), 3h10' (216h54')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +4 Stunden

Übernachtung in Kasachstan (Höhe 200 m).

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Mittwoch, 2. Juli 2014

Weiter geht’s nach Norden

Heute Nacht regnete es seit langem mal wieder. Als wir aufstanden, war der Himmel immer noch stark bewölkt und es stürmte.
Im Hotel hatten wir tadelloses schnelles Internet, welches für unseren Blog ausgenutzt wurde und kamen deshalb etwas später los.
Hier im Osten von Kasachstan gibt es so gut wie keine Sehenswürdigkeiten und somit waren die knappen 400 Kilometer fast ein Kinderspiel.
Die einzige Abwechslung war entweder der Straßenbelag, der alle paar Kilometer von Rodeoreiten (sanfte Buckel), über 20 bis 30 cm tiefe Querrillen zu Strecken mit sehr vielen Schlaglöcher wechselte. Es ist hier wirklich so, dass der Belag immer erst nach mehrere Kilometer die Eigenschaft wechselt.
Nach über 300 Kilometer kam für uns landschaftlich die erste Abwechslung. Wir erreichten ein paar Hügel und einen kleinen See.


Übernachtet wurde in einem einsamen Motel an einer Tankstelle in der Pampa (Hitchcock lässt grüßen).


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47. Tag: 0 (16) Länder, 391 km (13609 km), 5h03' (213h44')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +4 Stunden

Übernachtung in Kasachstan (Höhe 500 m).

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Dienstag, 1. Juli 2014

Allgemeines:

Noch was zu unserem Blog:
Auch wenn nicht so aussieht, er macht eine Menge Arbeit. Wir haben nur ab und zu Internet Zugang (wird in Zukunft noch schwieriger) und auch nicht jeden Tag Zeit, unsere Erfahrungen und Eindrücke aufzuschreiben.
Nachdem wir nur sehr wenig Rückmeldung (Kommentare) von Euch erhalten, würde uns interessieren, ob wir in diesem Stil weiterschreiben sollen oder ihr andere Informationen haben wollt?

Noch ein Tipp für alle, die keinen Text von uns übersehen wollen:
Rechts gibt es ein Feld mit dem Namen „Follower“. Wenn Ihr hier Eure Email-Adresse eingebt, dann bekommt Ihr immer den neuersten Status unseres Blogs per Mail zugeschickt.

Police Immigration in Kasachstan

Wir hatten an der Grenze die Auflage bekommen, dass wir uns innerhalb von 5 Tagen bei der "Police of Immigration" registrieren lassen müssen. Da wir in einer größeren Stadt übernachteten, sind wir dieser Aufforderung nachgekommen und verbrachten den ganzen Vormittag mit Warten auf unsere Pässe und dem abgestempelten Zettel, den wir bei der Einreise ausfüllen durften. Die Mühlen drehen langsam.

Ab Mittag (es hatte schon 34 Grad) ging es dann auf der Straße entlang durch Kasachstans endlose Weite.



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46. Tag: 0 (16) Länder, 305 km (13218 km), 4h28' (208h41')

Zeitverschiebung zur deutschen Sommerzeit: +4 Stunden

Übernachtung in Kasachstan (Höhe 380 m).

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